Darf man so ein Foto zeigen?
Von Jan Siegel
Gunther von Hagens ist ein bekennender Provokateur. Und da verwundert es nicht, dass die Wiedereröffnung seiner Ausstellung im Gubener Plastinarium gerade von einem kräftigen Rauschen im medialen Blätterwald begleitet wird. Und von Hagens überlässt dabei nichts dem Zufall.
Diesmal provoziert er die Aufmerksamkeit mit der Zurschaustellung eines kopulierenden Paares.
Darf man so ein Foto in der Zeitung oder im Internetangebot zeigen?
Über diese Frage ist in der RUNDSCHAU-Redaktion eine interessante Diskussion entbrannt. Einige Kollegen lehnen die Veröffentlichung des Fotos grundsätzlich ab. Ihr Hauptargument: Die Würde des Menschen ist unantastbar – auch wenn er tot ist.
Andere Kollegen haben sich gegen eine Veröffentlichung nur in der gedruckten Zeitung ausgesprochen. Sie sagen: Im Netz, muss keiner das Bild großklicken, der das nicht will. Aber in der Zeitung muss man so ein ertragen und kann sich nicht dagegen wehren.
Und wieder andere RUNDSCHAU-Redakteure haben grundsätzlich nichts gegen eine Veröffentlichung weder in der Zeitung noch im Netz. Ihr Argument: Es handelt sich um ein berichtenswertes Kunst-Objekt. Das muss man einfach zeigen.
Diskutieren Sie mit. Sagen Sie uns Ihre Meinung zu der Frage: Darf man so ein Foto zeigen? Ich freue mich auf Ihre Meinungen.

In diesem Blog schreiben die Macher der LAUSITZER RUNDSCHAU, wie täglich Nachrichten entstehen. Sie geben Einblicke in den ganz normalen Wahnsinn des Alltags in einer wahrscheinlich mehr oder weniger ganz normalen Zeitungs-Redaktion. Wer sich für die “Nachrichten hinter den Nachrichten” interessiert, wird künftig hier sicher viele Neuigkeiten als Erster erfahren. Die Autoren verraten, was schiefgegangen ist, welche spannenden Geschichten die Reporter gerade recherchieren und was Kurioses in der Welt der Nachrichten geschieht. Der Blattmacher-Blog ist ein subjektives Meinungsportal. Hier stehen die Einschätzungen des jeweiligen Autors und nicht die abgestimmten Meinungen der gesamten Redaktion.
Es ist löblich, dass sich Journalisten noch die Zeit nehmen, über Ethik zu diskutieren. Nicht löblich ist, dass immer wieder einem geldgeilen Provokateur, der über Leichen geht, um Kohle zu machen, ganze Zeitungsseiten eingeräumt werden und der Mann damit seine Aufmerksamkeit auch noch kostenlos bekommt.
Mit wissenschaftlicher Notwendigkeit oder gar Kunst hat der ganze Kram nichts zu tun. (Oder ist schonmal jemand auf die Idee gekommen, die seit 200 Jahren existierende anatomische Sammlung der Charite als Kunstausstellung zu bezeichen?) Viele andere Unternehmen der Region hätten den Platz im Blatt besser verdient -aber die müssen für teures Geld Anzeigen schalten.
Im Übrigen beschäftigen Eigentümer von Unternehmen keine Geschäftsführer und ganze Chefetagen, damit diese selbst arbeiten müssen.
Wenn ich die Eigentümerin der Lausitzer Rundschau wäre, dann würde ich mir das ein Mal, vielleicht noch ein zweites Mal angucken, spätestens nach dem dritten Mal würde ich Arbeitsplatzabbau anordnen, wenn Sie dann auch noch so dumm sind und auch noch online stellen, womit Sie Ihre Zeit verplempern.
Selbst wenn diese Diskussion nur eine Stunde gedauert haben sollte und 8 Journalisten an dieser Diskussion teilgenommen haben, dann ist ein ganzer Arbeitstag eines Journalisten mit dieser sinnlosen Diskussion verplempert worden.
Das ist typisch Deutsch.
Erst wird über das Thema berichtet und in der Berichterstattung Postition bezogen, die sogar in diesem Falle richtig war und dann finden sich welche, die trotzdem weiterdiskutieren wollen, aus welchen Interessen auch immer heraus und dann wird eben darüber diskutiert, ob eines der Ergebnisse einer perversen Palette nicht vielleicht doch als Kunst durchgehen könnte.
Deutsche haben einfach Langeweile und sind nicht gewillt und/oder unfähig ihre wirklichen Probleme zu lösen und so vertreibt man sich dann so die Zeit, allerdings ist das wie der Spruch, bei Hitler war auch nicht alles schlecht, da hatten wir wenigstens Arbeit.
Angie und Guido verreisen auch lieber als in Deutschland die Probleme zu lösen.
Wenn man von der Presse aber was wollte, dann sind die alle furchtbar gestreßt und haben wenn überhaupt nur ein paar Minuten Zeit. Für mich ist das alles nur Wichtigtuerei, wenn ich noch mal ganz ehrlich sein soll. Es würde mir nie einfallen für so eine Diskussion meine Zeit zu verschwenden.
Pervers ist pervers und damit werden die Menschenrechte mit Füßen getreten und jede weitere Diskussion erübrigt sich damit von selbst.
…und noch etwas! Dieses zeigt zwei Personen, die sich lieben!!! Und das sieht man doch viel lieber als Totgeschossene oder durch Menschenhand verursachtes Leid an Menschen.
Na klar darf so etwas im 21. Jahrhundert gezeigt werden. Und, wir tun es doch auch, oder etwa nicht.
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