Pilgertour 06.05.10

Die Hölle liegt kurz vor Schlieben

Von svenbock

Kurze Pause im Wald bei Schwarzenburg. Dort goss es schon wie aus Eimern.

Wäre die vierte Etappe die erste gewesen, hätte diese Pilgertour für uns Journalisten ein jähes Ende gefunden. Auf der 22 Kilometer-Strecke von Walddrehna nach Schlieben gehen wir an unsere Grenzen und die sind nicht dort, wo wir sie vermutet hätten. Und trotzdem fanden wir die Kraft, um unsere 10 Thesen für diese Pilgertour zu formulieren:

  1. Nach Regen folgt Sonnenschein – Ein Spruch, der sich zumindest für den Donnerstag als kompletter Unsinn erweist. Es regnet den ganzen Tag beinahe ohne Pause, dazu weht ein eisiger Wind, der uns die Laune verdirbt und Kräfte raubt. Es ist die Hölle.
  2. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung – Erzählen sie das mal jemandem, dem der Regen die Jacke in Strömen hinunterläuft und die Hose klitschnass am Hintern klebt.
  3. Pilgern steckt an – Von unseren Erzählungen animiert, wächst unsere Pilgergruppe am Vorabend zur Etappe nach Schlieben auf das Doppelte. Als es früh in Strömen regnet, ist es aber nur Architekturstudent Thomas Krause, der seine Diplomarbeit einen Tag ruhen lässt und die Ehre von Walddrehna rettet.
  4. Einer trage des anderen Last – Bei allem Pech an diesem Tag, haben wir auch Glück. Der Walddrehnaer Gerhard Fasold erklärt sich bereit, am Abend zwei Pilger aus Schlieben wieder zurück nach Walddrehna zu holen und hat dann in seinem Kofferraum Platz für unsere Rucksäcke. So füllen wir für die Wanderung nur einen mit unserer Verpflegung und den trägt jeder mal ein Stück.
  5. Wer nicht fragt, bleibt draußen – Der Walddrehnaer Mitpilger Thomas Krause hängt den halben Tag am Mobiltelefon, damit wir einen Blick in die Kirchen der durchwanderten Orte werfen können. Besonders gefällt uns die alte Feldsteinkirche von Proßmarke.
  6. Jeder Tag eine neue Herausforderung - Wer schon einmal versucht hat, mit nasskalten Fingern eine Hose zu öffnen, wenn der Morgenkaffee in der Blase drückt, weiß, dass 60 Sekunden Fummelei zur Ewigkeit werden können.
  7. Wer ist hier das schwache Geschlecht? – In jedem Pilger-Ratgeber ist zu lesen, dass jeder sein eigenes Tempo hat und auch laufen sollte. Merkwürdig, dass auf unserer Tour oft die Frauen ein paar Meter Vorsprung haben und die beiden männlichen Schreiberlinge die Gruppe „nach hinten absichern“.
  8. Gastfreundschaft gibt’s überall – Die wohl schönste Erfahrung der Tour. Allein in Walddrehna wurde die kleine Pilgerschar vom Heimatverein „Am Tor zur Lausitz“ und einem kompletten Chor empfangen. Weltklasse!
  9. Pilgern macht süchtig – Tag für Tag wollte Kindergärtnerin Ramona Jacobick aus Fehrow entscheiden, ob sie weiterpilgert. Mit diesem Vorsatz startete sie am Freitag vergangener Woche in Frankfurt (Oder) und ist immer noch dabei…
  10. Einer geht noch – Stimmt nicht immer: Nach vier Stunden, getrieben von Regen und eisigem Wind ging bei uns nichts mehr. So legen wir ein paar Kilometer bis Schlieben motorisiert zurück. Kerkeling ist auch mal mit dem Bus gefahren…

Mehr Bilder von der 4. Etappe zwischen Walddrehna und Schlieben gibt es hier!

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Tweets die Die Hölle liegt kurz vor Schlieben « Lausitzer Rundschau Blogs erwähnt -- Topsy.com
  • 07.05.10
  • 22:13 UHR

[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Lausitzer Rundschau erwähnt. Lausitzer Rundschau sagte: LR-Blog: Die Hölle liegt kurz vor Schlieben http://bit.ly/b8MxDy [...]

luscha
  • 06.05.10
  • 22:42 UHR

“Heftige Angriffe auf die Bundeskanzlerin” LR 06.05.2010 von Hagen Strauß
Guter Beitrag, aber hatte DIE LINKE bei der Debatte Urlaub?
Die LR will doch eine unabhängige Zeitung sein, oder?

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