Auf ungewohnten Pfaden nach Luckau
Von svenbock
Die RUNDSCHAU-Redakteure Sven Bock und Daniel Steiger wandern in dieser Woche auf den Spuren der mittelalterlichen Jakobspilger durch die Region. Am Dienstag ging es von Lübben nach Luckau.
Nach einer Nacht überraschenderweise ohne Krämpfe war der Lübbener Marktplatz Startpunkt für die zweite Etappe. Sogar der Lübbener Bürgermeister Lothar Bretterbauer outet sich vor dem Aufbruch als Wander- und Pilgerfreund, der seit Hape Kerkelings Buch „Ich bin dann mal weg“ selbst die Region zu Fuß erkundet. Eigentlich hätte er uns gerne auf dem Weg ein Stück begleitet, aber Knieprobleme zwingen das Stadtoberhaupt in die Amtsstube statt auf den Jakobsweg.
Dafür hat uns Dieter Fruth beim Frühstück im Café entdeckt. Der Vorruheständler und ehemalige Mitarbeiter im Umweltamt des Landkreises Dahme-Spreewald hat sich noch am Morgen innerhalb von zehn Minuten spontan entschieden, unsere Pilger-Gruppe bis nach Luckau zu begleiten. Fruth ist selbst begeisterter Wanderer und kennt die Region auch aus der Fahrrad-Perspektive sehr gut. „Zu Fuß bis nach Luckau bin ich aber noch nie gegangen. Wir wussten gar nicht, dass ein Stück des Jakobswegs auch durch den Spreewald geht. Obwohl ich die Ecke eigentlich gut kenne, wird das heute also auch eine Premiere für mich“, sagt er.
Mehr Bilder von der 2. Etappe finden Sie hier!
Mit den besten Grüßen aus dem Lübbener Rathaus machen wir uns auf den Weg. Die Gruppe ist auf nur noch fünf tapfere Pilger zusammengeschrumpft. Aber am Anfang läuft es trotz noch schmerzender Füße ziemlich gut. Mit Dieter Fruth hat sich der perfekte Fremdenführer gefunden. Er kennt auf dem Weg fast jeden Grashalm – auch wenn er das ein oder andere Mal lieber den direkten Weg gegangen wäre statt der mit Muschel-Aufklebern markierten Route.
Doch je länger die Strecke wird, um so langsamer geht es voran. Erst bremsen Bahnschwellen auf den stillgelegten Gleisen zwischen Lübben und Luckau den Laufrythmus. Und auf den letzten Kilometern warten nur noch schnurgerade Asphaltpisten, die scheinbar nie enden wollen. Die Fußsohlen brennen mittlerweile bei jedem Schritt, die Beine fühlen sich an wie ein morsches Stück Holz. Aber die Luckauer Kirchsturmspitze taucht plötzlich zwischen den Bäumen auf: Endlich, das Ziel ist erreicht. Morgen wird es hoffentlich etwas erholsamer. Es warten „nur“ 17Kilometer auf uns von Luckau nach Waldrehna.

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