Kritisch gesehen – die Dienstags-RUNDSCHAU
Von Jan Siegel
In der RUNDSCHAU-Redaktion gibt es die Festlegung, die tägliche Blattkritik stets in die Kategorien “Gut gelungen”, “Diskussionswürdig” und “Schlecht” einzuteilen. Das ihm diese Festlegung total egal ist, beweist heute Rene Wappler. Der Lokalredakteur aus Cottbus hat sich zwar nicht ans übersichtliche Muster gehalten, sich gleichzeitig aber viel Mühe mit seiner Einschätzung der Dienstags-RUNDSCHAU gegeben. Seine detaillierten Beurteilungen waren in der Redaktionskonfrenz allerdings auch nicht ganz unumstritten. Aber lesen Sie doch einfach selbst:
Seite 1:
Komplizierte Meldung zur Polizei in Lauchhammer – zweiten Satz einfach umdrehen
Polizei in Grenzregion ungewöhnlicher erster Satz im Konjunktiv, was sind “Komplexkontrollen”?
Am Rande schöner Satz “ängstlich springen die Ampeln auf grün”, mehr solche beknackten Formulierungen bitte in dieser Rubrik
Seite 2:
erster Kommentar beginnt erst am Ende der ersten Spalte zu kommentieren, viel zu spät (fast könnte man alles bis dahin streichen, und er würde an Prägnanz gewinnen)
Richtig hingegen macht es Andreas Blaser im zweiten Kommentar
“Die Rundschau erklärt” klingt nach schrecklich altbackenem “Opa erzählt, wies wirklich ist”, was ich schade finde, weil die Frage-Antwort-Geschichte zu Hartz IV tatsächlich informativ ist
Seite 3
mehrere Kommata fehlen im Beitrag von Simone Wendler, “Tschekisten” sollte für jüngere Leser erläutert werden, sonst hab ich was aus dem Text über die Vergangenheit gelernt
Knappensee-Text von dpr mitunter schwer zu verstehen
grundsätzlich stellt sich die Frage, ob die Seite 3 damit wirklich das Aushängeschild der Zeitung ist; lieber zwei großartige Beiträge auf dieser Seite als drei, von denen einer auf eine Seite 2 gehört und der andere ein rein nachrichtlicher ist
Seite 4
interessante Idee, die Autorenzeile im Karadzic-Beitrag zu verknappen, ich werde künftig nur noch “von René” schreiben
warum immer die sperrigen Anführungszeichen bei Worten wie DENKFABRIK oder – auf Seite 5 – BEDENKZEIT? Der Sinn der inflationären Gänsefüßchen, allerdings auch bei uns im Lokalen, erschließt sich mir nicht
das Wort “eigentlich” lässt sich eigentlich immer streichen, auch auf Seite 5 im Vorspann zu den Arbeitswelt-Thesen
Seite 5
warum spricht Herr Enzian von “wir”, wenn er “ich schließe mich seinen Thesen an” meint? Und warum tut er es “der Einfachheit halber” und nicht aus Überzeugung? Sonst gefällt mir der Artikel ja.
Kultur:
besser “Star” als “Megastar” – das Wort selbst strahlt auch bei Robbie Williams eine unangemessene Megalomanie aus
Aufmacher – das erste Wort müsste “seine” statt “ihre” heißen
auch Wörtern wie “spektakulär” tut die Steigerung ins Spektakulärste nicht gut
Kann mir jemand mal erklären, was “hohes Niveau” überhaupt ist? Gibt es das – oder ist es eine Erfindung von Bildungsbürgern, die sich abgrenzen wollen? Denn intellektuelle Perlen finden sich auch im vermeintlich Trivialen (siehe “South Park” oder Christian Ulmen) – und was gemeinhin “Hochkultur” genannt wird, versprüht oft nur Langeweile und lähmt den Geist. Deshalb lautet mein Plädoyer: Mehr niedriges Niveau in die RUNDSCHAU-Hochkultur!
Wirtschaft:
unglückliche Trennung in der Überschrift zur Käfighaltung
guter szenischer Einstieg in den Aufmacher zur Pantoffelproduktion, so was wünsche ich mir öfter, vor allem bei eher trockenen Themen – überhaupt ein schöner, lockerer Beitrag, anschaulich geschrieben, so dass ich mir als Leser die Produktion auch vorstellen kann
Fortsetzungsroman:
Hans-Dieter Schütt überschüttet den Leser mit Adjektiven wie sprunghaft, sanft, behende, faul, schnaufend, dampfend, schaukelnd – in nur einem Satz. Da muss ich erst mal dampfend schnaufen.
In diesem Blog schreiben die Macher der LAUSITZER RUNDSCHAU, wie täglich Nachrichten entstehen. Sie geben Einblicke in den ganz normalen Wahnsinn des Alltags in einer wahrscheinlich mehr oder weniger ganz normalen Zeitungs-Redaktion. Wer sich für die “Nachrichten hinter den Nachrichten” interessiert, wird künftig hier sicher viele Neuigkeiten als Erster erfahren. Die Autoren verraten, was schiefgegangen ist, welche spannenden Geschichten die Reporter gerade recherchieren und was Kurioses in der Welt der Nachrichten geschieht. Der Blattmacher-Blog ist ein subjektives Meinungsportal. Hier stehen die Einschätzungen des jeweiligen Autors und nicht die abgestimmten Meinungen der gesamten Redaktion.
Niemand geht irgendwohin, schaut sich Fernsehsendungen an oder liest Zeitungen usw. usw. um beleidigt, belogen oder betrogen zu werden und so hätten eigentlich alle Banken zu schließen,die die Kunden betrogen haben und weshalb die jetzt in der “Krise” stecken.
Und die Merkel hätte mit ihrer Abwrackprämie sofort zurückzutreten, denn viele die ihren Worten vertrauten, werden auf Grund der Krise und dann Arbeitsplatzverlust das neue Auto für einen Appel und ein Ei wieder verkaufen müssen und sitzen dann als Arbeitslose auf den Schulden.
So viel Grundlagenwissen über Wirtschaft muß selbst eine Kanzlerin haben, aber jeder will sich nur mit irgendwelchen Flickschustereien und “Aktionen” über Wasser halten.
Entweder man ist gesund und geht arbeiten oder man ist krank und dann hat man zu Hause zu bleiben.
Die für die man Leistungen zu erbringen hat, weshalb man schließlich auf Arbeit geht haben Anspruch darauf, daß die Arbeit mindestens korrekt wenn nicht sogar freundlich und zuvorkommend gemacht wird. Auch dafür wird jeder bezahlt, schließlich behaupten die meisten von sich zivilisiert zu sein.
Ich möchte nicht wissen, wie viele Fehlurteile dieser Richter in bereits krankem Zustand gefällt hat, weshalb dann Bürger in Berufung gehen mußten und ihre Zeit auf Gerichten zu verbringen hatten, was diese auch noch mehr Geld als nötig gekostet hat. Wenn man kranke Menschen arbeiten läßt entsteht auch immer irgendwem Schaden und dieses Recht haben kranke Menschen nicht anderen Menschen Schaden zuzufügen, nur weil diese ihre eigenen Probleme nicht lösen wollen oder können. Wer eigene Probleme nicht lösen kann, kann schon gleich gar nicht die Probleme von anderen fremden Menschen lösen, denn da hat man bekanntlich nie alle Informationen, um Probleme wirklich zu lösen.
Es gibt schon viel zu viele die den Arbeitsplatz mit einer Therapieplatz verwechseln.
Kollegen sind aber keine Ärzte und Schwester und Krankenpfleger. Gestern oder vorgestern hat sich nach Bildberichterstattung auch ein Richter in einem Justizgebäude erhängt, weil der seine Depressionen nicht mehr beherrschen konnte und ohne Arbeit keinen Sinn mehr im Leben sah. Das ist doch alles nicht mehr normal.
Wenn eigentlich intelligente Menschen in Verhaltensweisen der bildungsfernen Schichten abgleiten, dann ist das nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, auch wenn es sich bei entsprechendem richtigen Verhalten nicht um eine wirklich schwere Erkrankung handelt.
Ich würde mich an Ihrer Stelle trotzdem bei Herrn Preikschat entschuldigen, Herr Wappler, denn schließlich muß auch jeder selbst wissen, wann man zu Hause zu bleiben hätte, damit das Arbeitsklima nicht belastet wird, meistens halten sich solche Leute die dann trotzdem arbeiten gehen für unersetzlich, was ich Ihnen nicht unterstellen will, Herr Wappler, aber das sind einfach meine Erfahrungen.
Vom Prinzip her trifft das Gleiche zu, was ich auch bei der Schaffnerin geschrieben habe, die eine Schülerin rausgeschmissen hat. Andere müssen die schlechte Laune von Kollegen, Vorgesetzen usw. nicht aushalten, sondern die die schlechte Laune aus welchen Gründen auch immer haben, haben sich mit den Problemen zu beschäftigen die die schlechte Laune hervorrufen und dann kann man wieder arbeiten gehen.
Na BIII., wieder viel langeweile und Probleme mit Deinem sterbenden Völkchen?
Wenn Sie nachweisen können, daß die Überlastung von der Arbeit herrührt, dann darf Sie Ihr Chef nicht mal dafür bestrafen,
, denn dann hat Ihr Chef den krankhaften Zustand selbst verschuldet.
Sie müssen sich einfach nur mehr schonen, Herr Wappler, das ist wirklich nichts Schlimmes,
weniger Streß mehr Freizeit, dann geht das von ganz allein wieder weg, ganz ehrlich.
“… was sind “Komplexkontrollen”?”
Die Antwort findet sich im Text, Herr Wappler.
„anlassunabhängige Kontrollen“
“mehr solche beknackten Formulierungen”
Das Verwenden von Schimpfwörter ist eine krankhafte Erscheinung, z.B. bei Überlastungen unter Psychologen auch als Tourette Syndrom bekannt. Ich hatte das auch mal eine ganze Weile, ist aber wieder besser.
“Die Rundschau erklärt” klingt nach schrecklich altbackenem “Opa erzählt, wies wirklich ist”, was ich schade finde, weil die Frage-Antwort-Geschichte zu Hartz IV tatsächlich informativ ist”
Recht haben Sie und wo ist der Verbesserungsvorschlag von Ihnen, Herr Wappler?
“Knappensee-Text von dpr mitunter schwer zu verstehen”
Das ist sehr unhöflich, solche Abkürzungen kann man vielleicht nehmen, wenn man Zeichen sparen muß aber doch nicht im Internet, wo es im Grunde nicht wirklich was kostet.
“Deshalb lautet mein Plädoyer: Mehr niedriges Niveau in die RUNDSCHAU-Hochkultur!”
Das ist der “logische” Denkfehler bei Ihrer Erkrankung, Herr Wappler.
Es gibt so viele Wissenschaften, die können Sie nicht alle kennen, Herr Wappler aber es gibt die Wissenschaft vom Fluchen tatsächlich, wozu das Tourette Syndrom gehört. Da gibt es auch noch wieder Unterteilungen aber das müssen Sie als Journalisten nicht alles wissen.
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