(Selbst)Kritischer Blick in die RUNDSCHAU am Mittwoch
Von Jan Siegel
Die RUNDSCHAU am Mittwoch hat Reporter Daniel Preikschat unter die Lupe genommen. Ein ruhiger Typ, der aber auch kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn ihm etwas an der Zeitung nicht gefällt. Lesen Sie einfach selbst. Warum er allerdings im hinteren Teil seiner Blattkritik anfängt, auch Substantive konsequent klein zu schreiben, ist sein Geheimnis:
Seite 1:
- bewährt guter Mix mit überwiegend regionalen und den wichtigsten überregionalen Themen;
- interessanter eigener Aufmacher mit Blick auf den Nachbarn, den wir nur selten haben, eingeklinktes Foto verwirrt aber nur (und taucht hinten noch mal auf),
- Meldungsleiste guter Themenmix, wenn diesmal auch nur OSL berücksichtigt;
diskutabel ist für mich die Optik der Seite 1, ist mir zu detailreich, wirkt nicht im Komplex;
Seite 2:
gut: nachvollziehbar einordnender Leiter mit Biss, engagiertes Nachgefragt zum Kinderlärm;
schlecht: oberlehrerhaft moralisierender Zweitkommentar zu Käßmann;
plumpe Hau-drauf-Karikatur;
weiter zu drehen: Reaktionen zu Käßmann
Seite 3:
vorn angerissene überregionale Themen gut kombiniert mit dem Porträt der Landfrau;
diskutabel: Verweis auf Nachwuchsmangel auch in der Landwirtschaft in der Unterzeile hätte das Porträt wichtiger gemacht
Seite 4:
gut: reine Innenpolitik-Seite mit eigenem regionalen Aufmacher; im Interview gut auf die Region gebracht, vermisse eine Frage zur wohl immer noch schwierigen sozialen Lage in Polen
Brandenburg:
gut: bessere Optik als auf Seite 1; regionale Reaktion zu Christoffers;
diskutabel: Einspalter für das Thema korruptionsverdacht arg wenig
Kultur:
gut: diskussion über Kriterien für gute Kunst, die einordnenden, kommentierenden passagen; thema hätte aber schon in der unterzeile genannt werden sollen; “kontroversen im dieselkraftwerk” leider nur angetippt, da fehlt ein erklärender satz;
schlecht: kuttner-rezension kommt nach überflüssigen sätzen erst spät auf den punkt, versuch des autors so witzig zu schreiben wie der komiker spricht, schlägt fehl, kaum lesbar
Wirtschaft:
gut: eher ungewohntes, aber wichtiges thema im aufmacher, ausgewogen dargestellt auch mit einschätzungen regionaler akteure
Sport:
Gut: wie immer die olympia-berichterstattung, die mischung, der tv-service; starke optik auf der dritten seite; wieder witzige vergleiche von Bolle, diesmal zum energie-elend, das die spieler teilnahmslos beobachten wie gaffer nach einem verkehrsunfall
In diesem Blog schreiben die Macher der LAUSITZER RUNDSCHAU, wie täglich Nachrichten entstehen. Sie geben Einblicke in den ganz normalen Wahnsinn des Alltags in einer wahrscheinlich mehr oder weniger ganz normalen Zeitungs-Redaktion. Wer sich für die “Nachrichten hinter den Nachrichten” interessiert, wird künftig hier sicher viele Neuigkeiten als Erster erfahren. Die Autoren verraten, was schiefgegangen ist, welche spannenden Geschichten die Reporter gerade recherchieren und was Kurioses in der Welt der Nachrichten geschieht. Der Blattmacher-Blog ist ein subjektives Meinungsportal. Hier stehen die Einschätzungen des jeweiligen Autors und nicht die abgestimmten Meinungen der gesamten Redaktion.
“Lesen Sie einfach selbst” – exzellent!
Hat ein Schüler z.B. eine Lese- Rechtschreibschwäche, dann leidet dieser im Grunde an einer Denkblockade.
Ein Mensch der Denkblockaden hat ist für einen Beruf mit Studium gar nicht geeignet, eben weil es nie ausreichen wird nur auswendig gelerntes Wissen aufzusagen.
Wenn man so einen Schüler dennoch zum Studium führen will, dann muß man die Denkblockade beheben und nicht die Rechtschreibung ändern.
Das ist ja alles Psychologie für Bekloppte, was in Deutschland gemacht wird.
Und jeder “Studierte” bildet sich dann natürlich ein, man hätte nun nach so langer Ausbildungszeit auch den entsprechenden Arbeitsplatz und das entsprechende Gehalt zu bekommen. Schließlich waren die “nur” Lehrlinge schon mit 18 oder 19 Jahren bereits wirtschaftlich selbständig.
Wer aber gar nicht Denken kann und/oder nur studiert hat, um z.B. sein Geltungsbedürfnis oder was auch immer zu befriedigen, der ist in Berufen wo ein Studium gebraucht wird einfach fehl am Platz und für die Gesellschaft eine Belastung.
Gleiche Bildungschancen heißt nicht, daß auch jeder studieren können muß, sondern gleiche Bildungschancen heißt vor allen Dingen, daß jeder entsprechend seinen Fähigkeiten und Voraussetzungen optimal gefördert werden muß. Derzeit erhalten aber sehr gute Schüler gar nicht die Förderung die ihnen auch zustehen würde.
Daß auch Eltern mit ihren Kindern einen gewissen Konkurrenzkampf betreiben, um im Freundeskreis oder wo auch immer sagen zu können, “Mein Kind geht auf´s Gymnasium”, das rechtfertigt noch lange nicht so hohe Bildungs- und Ausbildungskosten wie diese in Deutschland anfallen.
Kein einziges Problem wäre durch eine neuerliche “Reform” gelöst und alles würde nur kosten und das zu Zeiten, wo bei Deutschen ohnehin die Kassen nicht nur leer sind und alles mit hoher Zinslast zurückgezahlt werden muß.
Allein die letzten beiden “Reformen” haben Unsummen gekostet und außerdem bin ich auch dagegen daß ständig die Anforderungen gesenkt werden, nur damit noch mehr Deutsche mit ihrem Geltungsbedürfnis schlau erscheinen können.
Am Ende haben alle studiert aber keiner kann wirklich etwas.
Die Sorben hatten diesen “Verbesserungsvorschlag” auch schon an mich herangetragen, aber auch diese habe ich abgewiesen.
Wenn man derlei Reformen macht, dann muß man sich solche Reformen auch leisten können. Nachweislich lernt man Schreiben auch über Lesen. Der Deutsche Staat hat aber nicht das Geld, um z.B. in den Schulen dann alle Lehr- und Lernmaterialien mit neuer Rechtschreibung anzubieten. Selbst wenn das möglich wäre, würde es für die Bibliotheken nicht reichen, welche aber für die Schüler nachweislich auch wichtig sind. Lesen Schüler die Wörter mal so und mal so, weil eben auch auf alte Lern- und Lehrmaterialien bzw. Bücher zurückgegriffen werden muß, dann verschlechtern sich Rechtschreibleistungen immer mehr.
Außerdem halte ich auch nicht viel davon ein Volk mit den Dingen zu bestrafen, mit denen dieses Volk andere Völker bestraft haben.
“Warum er allerdings im hinteren Teil seiner Blattkritik anfängt, auch Substantive konsequent klein zu schreiben, ist sein Geheimnis”
Das ist auch kein wirkliches Geheimnis. Herr Preikschat will offensichtlich zur neuen neuen Rechtschreibreform eine weitere Rechtschreibreform.
Ich bin dagegen.
Die komplizierte Deutsche Sprache regt zum Denken an und Denken ist das was Deutsche unbedingt lernen müssen. Ich habe das auch alles lernen müssen und mir hat das nicht geschadet.
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