Dienstags-RUNDSCHAU im kritischen Rückblick
Von Jan Siegel
Um die hausinterne Blattkritik macht sich heute RUNDSCHAU-Chefkorrespondentin Andrea Hilscher verdient:
Das finde ich gelungen:
- Ein schönes Seitenfoto des verletzten Seeadlers (ich würde gern auch wissen, was aus ihm wird)
Anmerkung von Jan Siegel: Und hier ist schon die Antwort, die am Mittwoch in den Elbe-Elster-Ausgaben der RUNDSCHAU steht:
Seeadler hat schwere Schulterverletzung
Elbe-Elster-Kreis. Der am zweiten Weihnachtsfeiertag vom Jäger Dirk Töpfer bei Rückersdorf aufgefundene flugunfähige Seeadler (die RUNDSCHAU berichtete) wurde inzwischen in der Kleintierklinik der Freien Universität Berlin untersucht. Wie die RUNDSCHAU gestern von Dr.Kerstin Müller erfuhr, habe man bei dem Greifvogel eine schwere Verletzung in der Schulter feststellen können. Man habe bei dem Tier eine Blutprobe entnommen, es geröntgt sowie eine Augenuntersuchung durchgeführt. Momentan warte man noch auf die Bleiwerte aus der Blutanalyse. Bleivergiftung – über angeschossene gefressene Wasservögel – ist eine der Haupttodesursachen der Adler.
- Prima Aufmacher, der zwischen den Jahren mit harten Fakten überrascht und trotzdem so geschrieben ist, dass ihn auch „Nichtwirtschaftler“ lesen
- Die Kulturgeschichte ist von der Idee her sehr witzig, hat nur einen kleinen Schönheitsfehler – ich erfahre nicht genau, ob die Premiere ausverkauft ist oder nicht
- Die Panorama-Seite gefällt mir heute wegen der Bilder ausgesprochen gut
Das ist aus meiner Sicht diskussionswürdig:
- Bei der Fotomeldung mit den Böllern hätte man eventuell schon dazustellen können, dass es bereits die ersten Unfälle in Brandenburg gegeben hat
- Cottbus-Anreißer auf Seite 1 ist wenig spannend (was interessiert den Sachsendorfer ein Parkplatz in Sandow)
- Trevira hätte ich in Haupt- und Unterzeile anders gewichtet (Überleben gesichert/Trotzdem 19 Leute gekündigt)
- In der Meldungsspalte hätte mir persönlich der Leichenfund in Cottbus besser gefallen als das Lob für die Altbausanierung
- Der Gastbeitrag auf der Seite 2 liest sich gut, wird aber nur dann wirklich spannend, wenn man die Aufregung um Volkszählungsboykotte 1987 miterlebt hat. Etwas westlastig also
In diesem Blog schreiben die Macher der LAUSITZER RUNDSCHAU, wie täglich Nachrichten entstehen. Sie geben Einblicke in den ganz normalen Wahnsinn des Alltags in einer wahrscheinlich mehr oder weniger ganz normalen Zeitungs-Redaktion. Wer sich für die “Nachrichten hinter den Nachrichten” interessiert, wird künftig hier sicher viele Neuigkeiten als Erster erfahren. Die Autoren verraten, was schiefgegangen ist, welche spannenden Geschichten die Reporter gerade recherchieren und was Kurioses in der Welt der Nachrichten geschieht. Der Blattmacher-Blog ist ein subjektives Meinungsportal. Hier stehen die Einschätzungen des jeweiligen Autors und nicht die abgestimmten Meinungen der gesamten Redaktion.
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…
Норм …
Über Ihre eigene Freiheit sollten Sie auch nachdenken, Frau Hilscher.
Ein Leben in Freiheit heißt auch immer für sein eigenes Leben Verantwortung zu übernehmen, so auch für seine eigene Seele.
Hin und wieder muß sich jeder Mensch, wenn dieser gefühlvoll und menschlich bleiben will, auch mit für ihn wirklich schönen Dingen beschäftigen, weil man sonst selbst und manchmal sogar für sich selbst zum Problem wird.
So wie ich Sie in Erinnerung habe, haben Sie ein paar Geschichten mit wirklich gutem und schönen Ausgang bitter nötig, Frau Hilscher. Solche Geschichten sind natürlich nicht die Story aber solche Geschichten sind wichtig, sowohl für Sie selbst als Journalisten als auch für die Leser der Lausitzer Rundschau, eben genau damit jeder so gefühlvoll und menschlich bleibt wie möglich.
Ganz “wichtige” Menschen packen ihren jahrelang angesammelten Seelenmüll irgendwann, wenn es dann gar nicht mehr geht, einem Seelenklemptner auf den Tisch und der soll dann alle Probleme bearbeiten, weil man selbst dafür vor lauter Wichtigkeit “keine Zeit” hatte. Das kann und wird auch keine Zukunft sein.
Wenn Sie Ihrem Bericht dann noch ein schönes Bild beifügen können, wie der Seeadler nach Behandlung wieder in die Freiheit fliegt, dann wird das auch ein schönes Seitenfoto.
“Ein schönes Seitenfoto des verletzten Seeadlers (ich würde gern auch wissen, was aus ihm wird)”
Da haben Sie gleich etwas für das nächste Jahr, Frau Hilscher, wo Sie dranbleiben können.
Solche Berichterstattungen sind sowieso immer meist nur dann auch für andere interessant und lesenswert, wenn sich der Autor für das Thema auch wirklich interessiert und da es Sie selbst interessiert, was aus dem Seeadler wird, wird der Artikel darüber bestimmt gut.
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