Schlechte Nachrichten aus Lauchhammer
Von Jan Siegel
Lauchhammer wird für uns heute irgendwie zum Nabel der Lausitzer Nachrichtenwelt. Die Gründe dafür sind aber keine erfreulichen.
RUNDSCHAU-Chefreporter Daniel Preikschat ist gerade auf dem Weg zur Beisetzung eines in Lauchhammer getöteten Polizisten. Es waren offenbar Einbrecher, die den Mann umgebracht haben, als er vor einigen Tagen sein Auto in einer Garagenanlage in Lauchhammer abstellen wollte. Noch gibt es eine Sonderkommission, die dem oder den Tätern hinterherläuft. Die bisher bekannten Ermittlungsergebnisse aber sind dürftig oder geheim. Jedenfalls wissen wir nicht mehr über ihn oder sie, wie einen Tag nach dem Verbrechen.
Ich befürchte, dass die Ermittlungsergebnisse nur dürftig sind und das enttäuscht angesichts dieser blutigen Gewalttat. Unser Draht zu den Ermittlern ist traditionsgemäß gut, von heißen Spuren ist aber auch hinter vorgehaltener Hand bisher nix zu hören.
Die Familie ist fassungslos, der Schutzbereich Oberspreewald-Lausitz hat ein Spendenkonto für die Familie eingerichtet.
Für Frust in Lauchhammer sorgt heute außerdem der Einsatz schwerer Tiefenrütteltechnik durch Experten des Landesbergamtes. “Knall auf Fall” müssen dort Familien zumindest zeitweilig ihre Häuser verlassen, weil sie auf gefährlichem Grund stehen könnten. Das sorgt für viel Ärger unter den Betroffenen, hat RUNDSCHAU-Reporter Sascha Klein heute früh schon festgestellt. Und er hatte niedliche Hundewelpen in dem gefährdeten Gebiet entdeckt, deren Leben durch die Rüttel-Aktion sogar gefährdet sein soll (???).
Sascha Klein sitzt in unserem Senftenberger Büro und schreibt gerade an der “erschütternden” Geschichte, die am Freitag auf der Seite 3 stehen soll.
Tatsächlich verwundert die Hektik ein bisschen. Die Pressemitteilung zum Thema erreichte auch die RUNDSCHAU erst am späten Mittwoch und kam vom Bergbausanierer LMBV. Dabei war der eigentliche Absender das Landesbergamt. Dort aber konnten sie am Mittwoch keine Mitteillungen absetzen, weil der Strom ausgefallen war. Ein Wahnsinn!!
Der wacklige Untergrund in Lauchhammer geht offenbar auf einen Braunkohletagebau aus dem 19. Jahrhundert zurück, der nach heutigen Erkenntnissen – und nach Norderstedt – als gefährlich gilt.
Auszug aus der Pressemitteilung Bergamtes :
“Im Zusammenhang mit Erdbaumaßnahmen im Herbst dieses Jahres in Lauchhammer wurde festgestellt, dass der Baugrund auf dem Altkippengelände des ehemaligen Tagebaus Lauchhammer III (Abbau 1898 – 1921), wo in der Vergangenheit Wohn- und sonstige Bebauungen errichtet wurden, einer näheren Beurteilung unterzogen werden muss. Zu diesem Bereich liegen keine gesicherten Erkenntnisse zur Stabilität des Baugrundes vor. Betroffen sind der Pappelweg, Teile der Wilhelm-Külz-Straße und des Schwarzen Weges.”
In diesem Blog schreiben die Macher der LAUSITZER RUNDSCHAU, wie täglich Nachrichten entstehen. Sie geben Einblicke in den ganz normalen Wahnsinn des Alltags in einer wahrscheinlich mehr oder weniger ganz normalen Zeitungs-Redaktion. Wer sich für die “Nachrichten hinter den Nachrichten” interessiert, wird künftig hier sicher viele Neuigkeiten als Erster erfahren. Die Autoren verraten, was schiefgegangen ist, welche spannenden Geschichten die Reporter gerade recherchieren und was Kurioses in der Welt der Nachrichten geschieht. Der Blattmacher-Blog ist ein subjektives Meinungsportal. Hier stehen die Einschätzungen des jeweiligen Autors und nicht die abgestimmten Meinungen der gesamten Redaktion.
“Auszug aus der Pressemitteilung Bergamtes”
Das würde ich auch so sehen. Absenkungs- und Einsturzgefahr.
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