Aus der Redaktion 12.11.09

Selbstkritik des Chefs – Die Blattkritik am Mittwoch

Von Jan Siegel

P_DIETER2_4C_20050802Chefredakteur Dieter Schulz hat die RUNDSCHAU vom Mittwoch in der Redaktionskonferenz gerade selbst kritisch unter die Lupe genommen. Und in diesem Fall musste es wirklich eine “selbstkritische Betrachtung” sein. Als Chefdienst dieser Woche ist Dieter Schulz nämlich auch für die kleinen, alltäglichen Blatt-Entscheidungen selbst zuständig. Er sollte sich also zum Teil selbst kritisieren ;-)

Zugegeben, das ist keine besonders glückliche Konstellation. Aber es gibt bei der RUNDSCHAU eben einen Plan dafür, wer an welchem Tag für die Blattkritik zuständig ist, um auch alle Redaktionsbereiche einzubeziehen. Da sind solche Überschneidungen halt nicht ganz ausgeschlossen. Denn auch der Chefdienst wechselt jede Woche. Na und zum Glück, wird in der Redaktionskonferenz ja häufig über die Einschätzungen des Blattkritikers noch diskutiert:

 1. Was ist gut / hat mir besonders gefallen?

* Die sehr komplexe Aufarbeitung des Falles Robert Enke incl. des Ankündigungs-Blocks auf Seite 1
- es ist für die RUNDSCHAU ungewöhnlich und ich halte dies prinzipiell auch nicht für richtig – ein Thema unter verschiedenen Aspekten über mehrere Seiten zu ziehen. Hier hat es für meine Aspekte sehr gut funktioniert, weil eben sehr unterschiedliche Ansatzpunkte gesucht und gefunden wurden – stark für mich, der reflektierenden Beitrag von Jan Lehmann über den Energie Trainer und sein persönliches Schicksal – hier hätte man vielleicht noch weitere Schicksale anderer Promi-Sportler anfügen sollen.

* Die Fülle an Interviews bzw. die Fülle an Beiträge, die nicht Sachverhalte beschreiben, sondern Menschen in den Mittelpunkt stellen, die von Sachverhalten betroffen sind.

* Das wir das Thema Schweinegrippe als Komplex aufgegriffen haben.

2. Was ist diskutabel / unterliegt einer subjektiven Bewertung?

* Die Komposition der Titelseite mit der Kombination Robert Enke und 11.11. – es gab dazu bereits mehrere Leseranrufe, ich weiß allerdings nicht, wie wir dies anders und ohne eines der Themen unterzugewichten lösen hätten können. Vielleicht wäre aber dies (11.11. nur groß lokal) der bessere Weg gewesen.

* der gute Komplex Schweinegrippe auf Seite 3 ist nicht gut genug als regionales “Thema des Tages” verkauft, es arbeitet auch nicht alle Facetten auf (zum Beispiel Pro und Contra Impfen, weitere Ratgeber-Links und auch die Impfarzt-Karte) – vielleicht war es falsch BEIDE TOP-Themen (Enke und Schweinegrippe) an einem Tag anzugehen, statt sich auf eines zu konzentrieren.

3.) Was ist aus meiner Sicht falsch / nicht gut genug?

* bei der Berichterstattung über den 11.11. konzentriert die Masse auf das Ereignis “Schlüsselübergabe” – der Service wo & unter welchem Motto die nächsten Veranstaltungen stattfinden, findet nicht statt.

* das Interview mit dem Chef der Rentenversicherung, der die Nullrunde zwar als Erfolg beschreibt, aber nicht mit Fakten hinterlegt, dadurch bekommt das ganze Gespräch eher einen Rechtfertigungsdreh als zu überzeugen.

* nach den letzten Ausgaben 9. November / 10. November fehlt mir heute die Seite, die mich auch optisch überrascht

4.) Was müssen wir nachdrehen / weiterverfolgen?

* ganz klar: Robert Enke (gedrosselt)
* ganz klar: Schweinegrippe – Diskussion über die fehlenden Impfstoffe bzw. die Frage: Wie kommen ich zu einem Impftermin?

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