Aus der Redaktion 21.10.09

Der kritische Blick in die RUNDSCHAU vom Mittwoch

Von timalbert

Die heutige Blattkritik hat René Wappler aus der Lokalredaktion Cottbus übernommen. Hier seine Anmerkungen:

  

Das war gut:

-Die ausführliche Berichterstattung zum Braunkohle-Streit innerhalb der Linken.

-Der Beitrag von Ida Kretzschmar über Romy Schneider (Nachtrag: Tatsächlich ist die Schauspielerin an Herzversagen gestorben; insofern trifft die verwendete Formulierung “an gebrochenem Herzen gestorben” zu, anders als ich zunächst gedacht hatte).

-Der Wirtschafts-Aufmacher von Michel Havasi, obwohl er von “ursprünglichen Wurzeln” schreibt – “ursprünglich” ist da ein Wort zu viel.

-Die Doppelseite mit den Fotos und Daten der Landtagsabgeordneten – schöner Überblick.

 

Das war schlecht:

-Die Formulierung “auf unterschiedlichste Weise” im Bildtext auf Seite 1 ist Mumpitz. Warum ein derart verquaster Superlativ, wenn “verschiedene Weise” genügt?

-Der Hinweis auf Seite 1, in Cottbus seien 29 Grabsteine umgeworfen worden. Im Lokalen berichten wir von 31 Grabsteinen, hatten aber versäumt, diese Berichtigung der Polizei, die erst am Abend bei uns eintraf, an den Mantel weiterzugeben.

-Der häufige Einsatz des Wortes “man” in Berichten und Kommentaren. Warum nicht konkrete Personen benennen, was Aufgabe eines Journalisten ist?

-Drei Namen tauchen bereits im Vorspann des Beitrags von Simone Wendler zum Schicksal von DDR-Flüchtlingen auf Seite 3 auf. Da habe ich als Leser schon nach den ersten Zeilen den Überblick verloren. Schade, weil der Bericht sonst interessant ist.

-In der Kultur schreibt der Künstler Bernd Gork über den Maler Harald Metzkes und protzt dabei derart mit Adjektiven, dass mir als Leser der Kopf schwirrt: unübersehbar, malerisch, grafisch, plastisch – und alles in nur einem Satz.

-Arg irrlichternder Text von Frau Belka-Lorenz über den internationalen Ballettaustausch, voller irritierender Gedankensprünge.

-Viele Kommafehler ziehen sich durchs Blatt.

Jüngste Kommentare
TeexSheex
  • 15.04.10
  • 19:06 UHR

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Elmar Trischler
  • 01.11.09
  • 10:26 UHR

Interessanter Ansatz, der zu verfolgen wäre.

Barbara III.
  • 21.10.09
  • 23:05 UHR

Analytiker dürften ihre helle Freude an der jetzigen Zeit haben, weil vieles eben bewahrheitet oder auch nicht, aber zukunftstauglich ist das alles nicht.

Barbara III.
  • 21.10.09
  • 22:50 UHR

Hinterher ist jeder schlauer, hinterher interessiert aber keine Sau, um das mal auf Deutsch zu schreiben, weil hinterher bereits die Analyse eines krankhaften Zustandes ist.

Barbara III.
  • 21.10.09
  • 22:40 UHR

Und das sich Menschen, so auch Journalisten, die sich jahrelang zu so eine Art Zuhälter der falschen sozialdemokratischen Politik in Brandenburg gemacht haben, dann Hilfe wollen, wenn es nicht mehr weiter geht, das kann ich zwar von der Logik nachvollziehen, aber ich habe kein wirkliches Verständnis dafür.

Barbara III.
  • 21.10.09
  • 22:16 UHR

Ich denke, daß die vielen Fehler, so auch Denkfehler, die ich bereits aufgezeigt habe, für jeden Journalisten peinlich genug sein müßten, um bessere Arbeit zu leisten.

Ich bin nicht gewillt eine noch eine höhere Peinlichkeit zu erzeugen.

Barbara III.
  • 21.10.09
  • 22:04 UHR

Ich schreibe immer nur, wenn ich Recht habe, auch wenn für den Einen oder Anderen mangels Wissen nicht immer sofort erkennbar ist, warum ich Recht habe.

:-)

Aber ich muß nicht schreiben, wir leben in einer Demokratie, wo jeder seine Meinung äußern kann aber nicht muß.

Barbara III.
  • 21.10.09
  • 21:51 UHR

Hier im Osten gibt es nur einen relativ geringen Prozentsatz von “normalen” Menschen. Die meisten sind entweder Opfer oder Täter.

Schreibt die Zeitung für die Täter, was guter Journalismus im Grunde jedoch verbietet, dann wird von Opfern, die irgendwann dann einfach mal die Schnauze voll haben, die Zeitung einfach abbestellt.

Spikt man Opfer mit falschen Informationen, dann endet das auch oft in einer Katastrophe, wobei ich diese nicht näher beschreibe.

Zur Freiheit so auch Pressefreiheit gehört Verantwortung und jeder muß für die Freiheit die man in Anspruch nimmt auch die Verantwortung tragen.

Barbara III.
  • 21.10.09
  • 21:34 UHR

Und so sind es nun schon zwei Damen bei der Lausitzer Rundschau wo ich im Grunde nicht mehr interessiert bin, die Artikel noch zu lesen.

Dann wundert sich der Chefredakteur vielleicht auch noch, warum die Auflage sinkt. Sinkt die Auflage, kommt weniger Geld in die Kasse, hat man weniger Geld kann man auch nur noch mittelmäßige Journalisten einstellen, denn jeder will und muß seine Arbeitskraft so teuer wie möglich verkaufen und so geht es dann langsam aber stetig in den Tod.
Dauert vielleicht noch eine Weile, aber wenn das Unternehmen nicht seine “Strategie” ändert, dann dürfte irgendwann der Konkursverwalter vor der Tür stehen.

Barbara III.
  • 21.10.09
  • 20:58 UHR

Das was ich geschrieben habe hört oder liest sich vielleicht sehr herzlos, ist es aber nicht, denn viele Opfer wurden mit solchen Methoden wie von dieser “Dame” angewendet, in den “Freitod” getrieben.

Barbara III.
  • 21.10.09
  • 20:46 UHR

“Drei Namen tauchen bereits im Vorspann des Beitrags von Simone Wendler zum Schicksal von DDR-Flüchtlingen auf Seite 3 auf. Da habe ich als Leser schon nach den ersten Zeilen den Überblick verloren. Schade, weil der Bericht sonst interessant ist.”

Ich habe den Artikel jetzt extra gelesen, aber ich kann nichts Interessantes finden. Eine Spitzelin wurde erschossen, die auch noch auf die übelste Art gespitzelt hat.
Ja und?
Das wäre mir nicht mal 3 Zeilen wert gewesen.

Im Übrigen habe ich nichts gegen Sie persönlich Frau Wendler, aber wenn ich durch falsche Berichterstattung, selbst in einer bereits heiklen Situation dann durch die falsche Berichterstattung auch noch in Schwulitäten gebracht werde, nur weil ich diese geglaubt habe, dann bin ich an Informationen bzw. Berichterstattung von solchen Personen nicht mehr interessiert.
Ich muß auch glauben können, was ich in der Berichterstattung lese, ansonsten nehme ich mir wirklich ein Märchenbuch, wenn ich was anderes will oder erwarte.

Anderen wird es wahrscheinlich ähnlich gehen, sofern man die Zeitung nicht nur zum Zeitvertreib liest.

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