Die Blattkritik – Klare Worte vom Volontär
Von Jan Siegel
In der RUNDSCHAU-Redaktionskonferenz müssen Volontäre nicht stillsitzen und dürfen nur ehrfürchtig zuhören. Nein, sie müssen mitreden und dürfen auch die Arbeit der Redakteure kritisch unter die Lupe nehmen. Heute hat Michel Havasi, er ist derzeit Volontär im Wirtschaftsressort, die Mittwochausgabe als gestrenger Blattkritiker unter die Lupe genommen. Und es hat ihm nicht alles in der Zeitung gefallen.
Das war positiv:
1. Das Blatt lebt heute von sehr vielen starken Eigenleistungen. Insbesondere die Seite 3 mit Platzeck-Interview plus der Umfrage ist sehr sehr gut gelungen.
2. Es ist richtig, dass Thema Buchmesse mit der Grafik auf Seite 1 wichtig zu nehmen.
3. Die Seite 4 kommt kurz und knackig daher. Die optische Aufmachung ist absolut richtig gewählt. So bleibt der Leser am Geschehen.
4. Das Am Rande ist auf den Punkt gebracht.
5. Die Kommentare zu Sarrazin und Nobelpreise sowie die Bilderleiste zu Kunststar Damien Hirst.
Das war grenzwertig:
1. Im Platzeck-Zweispalter auf Seite 1 sagt Nooke, … dass Platzeck gut überlegt habe, was er tue. Das ist für mich eine Feststellung. Auf Seite 3 dagegen heißt es, … Platzeck werde sich schon gut überlegt haben, was er tut. Das ist für mich keine so deutliche Feststellung.
2. Das Bild auf Seite 3 mit Platzeck und Kaiser ist verbraucht und sollte nicht mehr verwendet werden.
3. Aufmacher auf der Brandenburg-Seite. Für den Leser dann vielleicht doch etwas zu viel Politik aus der Mark. Zudem beginnt der Vorspann wie die Unterzeile.
Das war negativ:
1. „Platzeck“ taucht auf Seite 3 in jeder Überschrift oder Unterzeile auf.
2. Der Vorspann beim Krug-Interview ist zu lang, das gilt auch für einige Fragen.
Das war ein Fehler:
1. Auf Seite 1 vermelden wir: Gesicht des Winters“, auf Pano; „Die Gesichter des Herbstes“. Was denn nun?
2. Pano-Bilderleiste: Der Text beginnt mit den vier getöteten Menschen in Italien (Unwetter), nur sehen wie kein Unwetterbild. Die Info muss zwar zwingend hinein, aber nicht an der Stelle.
In diesem Blog schreiben die Macher der LAUSITZER RUNDSCHAU, wie täglich Nachrichten entstehen. Sie geben Einblicke in den ganz normalen Wahnsinn des Alltags in einer wahrscheinlich mehr oder weniger ganz normalen Zeitungs-Redaktion. Wer sich für die “Nachrichten hinter den Nachrichten” interessiert, wird künftig hier sicher viele Neuigkeiten als Erster erfahren. Die Autoren verraten, was schiefgegangen ist, welche spannenden Geschichten die Reporter gerade recherchieren und was Kurioses in der Welt der Nachrichten geschieht. Der Blattmacher-Blog ist ein subjektives Meinungsportal. Hier stehen die Einschätzungen des jeweiligen Autors und nicht die abgestimmten Meinungen der gesamten Redaktion.
hi barbara, da herr herbst inzwischen chefredakteur von der konzernmutter in saarbrücken zu sein scheint, nehme ich mal nicht an, dass er gegangen wurde. das sieht eher nach einer beförderung aus.
Da fällt mir ein, daß Herr Herbst schon vor längerer Zeit von der LR verabschiedet wurde, ist er gegangen oder gegangen worden?
So ein Pech aber auch, jetzt wo wir ihn dringend bräuchten, ist er nicht mehr da.
Hm.
Es gibt “nur” noch eine Frau Winter, wahrscheinlich wird es deshalb so schnell kalt.
Nochmal, hm.
Aber Herrn Siegel haben wir noch, wenn der mal mit Herrn Herbst spechen würde und dann sein Siegel drunter macht, müßte es eigentlich auch gehen.
Ich habe mich nie um gut Wettermachen gekümmert, wenn ich ehrlich sein soll, deshalb wird das auch alles keine wirklich gute Hilfe sein.
Ich würde sagen, wir machen erst einen schönen, lauen, langen Herbst, dann finden auch die Ärmsten im Wald reichlich Nahrung so z.B. Pilze und dann einen kurzen nicht zu strengen Winter, weil die Heizkosten von den Energiekonzernen noch nicht gesenkt wurden.
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