Aus der Redaktion 07.10.09

Der kritische Blick ins Blatt am Mittwoch

Von Jan Siegel

Update: 17.38 Uhr

 

AP_DC_CO4_143541_20090716Die Zeitung am Mittwoch habe ich gerade in der Redaktionskonferenz kritisch unter die Lupe genommen. Der ärgerlichste Makel ist die Tatsache, dass die meisten Leser über eine sehr traurige Geschichte heute kaum etwas erfahren, weil uns die Technik “ausgetrickst” hat:

 

 

 

 

Positiv:

Die RUNDSCHAU-Titelseite kommt am Mittwoch sehr regional daher, ohne aber provinziell zu wirken. Da finden sich viele Geschichten, die es nur bei uns gibt, in dieser komprimierten Form sowieso. Schöne Wortspielerei: Oben bei den Themenanrissen: “Reif für die Rente” (Ede Geyer) und “Reif fürs Museum” (DDR-Emblem).

Die Doppelseite zur Gründung der DDR vor 60 Jahren: Da haben wir ein intelligentes und intellektuelles Stück von Richard Schröder, aber auch die Umfrage unter den Lausitzern. Gut gelungen!!
Anmerkung (Simone Wendler): Ist der Eintrag zum Datum: 19. März 1970 korrekt?? Hat die BRD 1970 wirklich ihren Alleinvertretungsanspruch aufgegeben? Und hat die DDR damals die Tatsache, dass ein Volk in zwei Staaten lebt akzeptiert? (das prüfen wir sicherheitshalber nochmal!!!)
Anmerkung (Susann Michalk): Wir erklären dem Leser nicht, dass wir bei der Umfrage bewusst eine heute wirtschaftlich schwächere Region (Hoyerswerda) und eine wirtschaftlich stärkere Region (Berliner Speckgürtel) ausgesucht haben.

Update 17.38 Uhr Anmerkung Dieter Babbe (Redakteur Elbe-Elster): Ich stimme zu: Die Doppelseite DDR ist gelungen, insbesondere durch den Schröder-Beitrag, aber auch die auffällige Gestaltung mit Bildern, die Erinnerungen wach werden lassen, springt sofort ins Auge. Doch die Seite verliert dadurch stark an Wert, weil die Umfrage nicht das gesamte Verbreitungsgebiet einbezieht. Dass man bei der Auswahl der nur zwei Regionen nach irgendwelchen Kriterien, die kein Leser erkennt, gegangen ist, findet nicht nur Susann Michalk nicht gut. Wenn ein Umfrage-Kriterium, dann bei einer Flächenzeitung das: Möglichst alle, zumindest aber viele Leser ansprechen, indem man sie aus allen Ecken des Verbreitungsgebietes zu Wort kommen lässt. Update 17.38

 

Gut recherchierte und auch kommentierte Eigengeschichte in der Wirtschaft über den Tarifausstieg der Gebäudereiniger-Branche – fein gemacht! Schade: “Diesen Hut will sich die IG Bau jedoch nicht anziehen …” Das ist ein falsches Bild. Entweder zieht sie sich die Jacke nicht an oder setzt sich den Hut nicht auf :-)

 

Schön, dass wir dran sind auch an den regionalen Sportvereinen wie dem LHC, der um seinen Spielmacher “bangt”.

 

Diskutabel:
Die Politik-Seite 3 (wir haben unsere wichtigste Geschichte am Mittwoch wegen der Doppelseiten-Problematik auf die Seiten 4 und 5 verschoben) kommt mir irgendwie sehr langweilig daher. Klar haben wir mit den Koalitionsverhandlungen und der SPD-Ratlosigkeit etc. alle wichtigen Themen. Der verschmitzte Blick der Kanzlerin ist ein Versuch, irgendwie in die Seite reinzuziehen. Jeden Tag möchte ich sowas nicht haben.

 

Negativ:
Die komplette Geschichte über den Brand der Kinder- und Jugendfarm in Hoyerswerda ist nur in einer Teilauflage der RUNDSCHAU erschienen. Die Geschichte lief im Hoyerswerdaer Lokalteil als Aufmacher und sollte in allen anderen Ausgaben auf der Panorama-Seite erscheinen. Das hat allerdings nur in den Spreewald-Ausgaben und in den Ausgaben im Elbe-Elster-Kreis geklappt. Grund war ein „Denkfehler“, bei der Duplizierung von Seiten auf einer Druckmaschine. Der Fehler wurde inzwischen lokalisiert und wird nicht wieder auftreten.

Endlos-Vorspann bei unserer Theaterkritik zur Inszenierung “Spielwut” (“Über Anton Tschechow muss man keine langen Vorträge halten” … leider aber lange Vorspänne schreiben). Ich wünsche mir einen knackigeren Einstieg in so einen Text-Riesen. Inhaltlich ist die Theaterkritik sehr lesenswert.

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Anton Tschechow
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