Allgemeines 05.08.09

Moderne Sklaverei im Spreewald

Von Jan Siegel

Moderne Sklaverei – Zollfahnder durchsuchen Call-Center im Spreewald
Vera Roth (Name geändert) kann sich noch genau an den Text erinnern, den sie unzählige Mal am Telefon aufgesagt hat: „Guten Tag, mein Name ist Christiane Behrends, ich rufe sie im Auftrag des Büros für medizinische Beratung an.“ Dann lud sie die ahnungslosen Angerufenen zu einer „kostenlosen Informationsveranstaltung zur gesunden Lebensweise“ in eine nahe gelegene Gaststätte ein. Ein Essen und eines dieser „neuen medizinischen Geräte“ gebe es für die Teilnahme geschenkt.Bei den Veranstaltungen ging es nach RUNDSCHAU-Recherchen nicht nur um Beratung, sondern auch um Geschäfte. Matratzen mit heilsamer Magnetwirkung, Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetikprodukte sollen an zumeist ältere Anwesende verkauft worden sein. Nach einem Pressebericht aus Südhessen über eine solche Veranstaltung habe der Halbjahresvorrat eines angebotenen Präparates 2000Euro gekostet.Die Lausitzerin Vera Roth telefonierte aus Büroräumen in einem Plattenbau am Rande von Lübben. Doch ihr Arbeitgeber war nicht wie am Telefon behauptet ein „Büro für medizinische Beratung“ sondern die mediSoft Handels- und Event GmbH Lübben. Roth und andere ehemalige Mitarbeiterinnen haben nun der RUNDSCHAU von ihrer Arbeit in diesem Call-Center berichtet….

So beginnt der Text von RUNDSCHAU-Reporterin Simone Wendler auf Seite 3 am Donnerstag. Die Call-Center-Branche wächst. Jahresumsatz über eine Milliarde Euro bundesweit. Doch immer wieder fallen, wie jetzt in Lübben, Firmen mit zweifelhaftem Geschäftsgebaren auf.

 

 Moderne Technik – Lausitzer Firma programmiert Hochbahn in Las Vegas

Ein echt interessantes Stücke steht morgen auch auf der Wirtschaftsseite. Dort geht es im Aufmacher um eine Firma aus Senftenberg, die an einem außergewöhnlichen Projekt in der amerikanischen Wüstenstadt Las Vegas mitarbeitet.

P_BARTONEK1_4C_20060915Diese Geschichte wurde übrigens von Dr. Rolf Bartonek geschrieben. Der altgediente Journalist, der sein Handwerk in den 1960er Jahren erlernt hat und seit Mitte der 1990er Jahre bei der RUNDSCHAU arbeitete, hatte am Mittwoch seinen letzten regulären Arbeitstag. Jetzt geht’s in den Urlaub (mit dem Wohnmobil durch Schweden hat er gesagt) und dann in die Ruhephase der Altersteilzeit. Wir haben ihn heute Nachmittag mit einer kleinen Feier in der Redaktion verabschiedet.

Ein bisschen traurig ist man da auch. Rolf ist ein toller Kollege. Aber ab und zu werden die RUNDSCHAU-Leser noch von ihm und auch seiner Kunstfigur “Hansi” lesen. Denn ein bisschen will Rolf Bartonek schon noch als freier Mitarbeiter für uns schreiben. Alles Gute Rolf!

Jüngste Kommentare
Peter
  • 08.09.09
  • 17:31 UHR

Hallo Ralf,
recht herzlichen Glückwunsch von einem alten Schulfreund zu deinem neuen Lebensabschnitt. Kann dir aus eigener Erfahrung sagen, es kann herrlich werden. Peter

Barbara III.
  • 05.08.09
  • 22:06 UHR

Es ist immer schön, wenn jemand bei noch guter Gesundheit das Rentenalter oder die Altersteilzeit erreicht. Bei dem Ausbeutungsgrad heutzutage ist das ja eher selten noch der Fall.

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