Berechtigte Kritik: Bahn-Infos für alle Leser
Von Jan Siegel
Die Bahn erhitzt heute die Gemüter im Meinungsforum von lr-online. Klar, das ist schon ein absoluter Wahnsinn, der da im kommenden Jahr auf die Lausitz-Berlin-Pendler und natürlich auch ökologisch planende Touristen zukommt, die aus Richtung Hauptstadt in den Süden Brandenburgs reisen wollen.
@bahngolo … Die Kritik ist in der Redaktion angekommen. Ganz klare Sache, der komplette RUNDSCHAU-Beitrag hätte heute nicht nur in den Spreewaldausgaben stehen dürfen. Wir hatten zwar eine kurze Nachricht aus dem Text für alle Leser auf der Titelseite. Dort ging es aber vor allem um die Berlin-Pendler aus Richtung Senftenberg, die trotz Umsteigens fast 20 Minuten schneller nach Berlin kommen, wenn die Strecke zwischen Lübbenau und Königs Wusterhausen gesperrt ist.
Langer Rede kurzer “Unsinn”
Ich werde den Lokalchefs, die für die einzelnen Lokalausgaben verantwortlich sind, den Bahntext aus dem Spreewald nahelegen und bin sicher, dass er in den nächsten Tagen auch in den anderen Ausgabegebieten noch mal komplett gedruckt wird.
Aber keine Sorge: Diese Streckensperrung wird uns in der RUNDSCHAU in den nächsten Monaten sicher noch öfter in unterschiedlichsten Formen beschäftigen, da bin ich mal ganz sicher.
In diesem Blog schreiben die Macher der LAUSITZER RUNDSCHAU, wie täglich Nachrichten entstehen. Sie geben Einblicke in den ganz normalen Wahnsinn des Alltags in einer wahrscheinlich mehr oder weniger ganz normalen Zeitungs-Redaktion. Wer sich für die “Nachrichten hinter den Nachrichten” interessiert, wird künftig hier sicher viele Neuigkeiten als Erster erfahren. Die Autoren verraten, was schiefgegangen ist, welche spannenden Geschichten die Reporter gerade recherchieren und was Kurioses in der Welt der Nachrichten geschieht. Der Blattmacher-Blog ist ein subjektives Meinungsportal. Hier stehen die Einschätzungen des jeweiligen Autors und nicht die abgestimmten Meinungen der gesamten Redaktion.
Ich bin am Wochenende nach Berlin gefahren. Es gab keine Sitzplätze mehr, viele Fahrgäste mussten über eine Stunde stehen. Einer der Wagen war voll mit Fahrrädern. Ich möchte sehen, wie die Bahn das mit Bussen zuverlässig löst.
Das Spannende wird sein, ob die Bahn überhaupt in der Lage ist ihre eigenen Versprechen zu erfüllen. Bei einer maximalen Frequentierung des RE in Cottbus bei 60% sind das bei ca. 500 Sitzplätzen 300 Reisende im Berufsverkehr pro Zug ab Cottbus (siehe auch Diskussion auf LR Online). Das sind jede zweite Stunde etwa sieben Expressbusse! Ich halte es für äußerst zweifelhaft, dass die Bahn dieses Versprechen umsetzt. Denn bereits heute werden bei Ersatzverkehr max. die Hälfte der Sitzplätze in Bussen bereitgestellt – aus Kostengründen, wie die Bahn immer wieder betont. Ich fände es daher spannend, wenn die Lausitzer Rundschau bei diesem für die Region so wichtigen Thema auch mal genauer nachfragt, wie das Konzept der Bahn aussieht. Und wenn die Bahn mit weniger als sieben Expressbussen alle zwei Stunden plant, dann läuft bereits in der Planung etwas schief und man muss schleunigst nachsteuern. Bzw. wenn sie sagen, das läuft alles, dann kann man sie später zumindest konkret auf ihre Versprechen festnageln.
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