Allgemeines 22.07.09

Lausitzer Gedächtnislücken? Zeugen gesucht!

Von Jan Siegel

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Die Nachterstedt-Katastrophe könnte auch negative Langzeitfolgen für die Lausitz haben. Das zeichnet sich jetzt bereits ab. Schon tauchen Fernsehberichte auf, in denen unter Badegästen und Tourismus-Unternehmern an den Ufern der einstigen Restlöcher die Panik-Trommel gerührt wird.
“Haben Sie jetzt nicht Angst, hier zu baden?” oder “Fürchten Sie nicht um ihre wirtschaftliche Existenz an der Uferpromenade?” Das sind die Fragen, die einige weitgereiste Journalisten jetzt suggestiv stellen. Keine gute Publicity auch für das Lausitzer Seenland, aber kaum zu verhindern im großen Medienrauschen nach so einem schlimmen Ereignis wie dem in Nachterstedt.

Seit Jahren versuchen Tourismuswerber den Namen des Lausitzer Seenlandes auch in Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg bekannt zu machen. Dafür geben sie viel Geld aus und setzen viel Kreativität ein. Jetzt sind die Seen, die nach den Tagebaus kommen schlagartig im Bewusstsein fast aller Menschen in Deutschland. Nur das Image, dass jetzt dranhängt ist nicht das erwünschte.
RUNDSCHAU-Reporter Sascha Klein hat mit Touristikern aus dem Seenland über ihre Gegenstrategie gesprochen. Sein Interview steht am Donnerstag im Blatt.

Ein Brief von RUNDSCHAU-Leser Jürgen Kühn hat uns in der Redaktion aufgeschreckt. Der Leser behauptet, dass es in der Vergangenheit auch in der Lausitz bereits Erdrutschungen gegeben hat, bei denen Wohnhäuser in die Tiefe gerissen wurden. Das hatte die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbausanierungsgesellschaft LMBV im RUNDSCHAU-Beitrag “LMBV sieht kein Risiko für Lausitzer Revier” (20.Juli) abgestritten. Unser Leser erinnert sich an ein abgerutschtes Haus in der Nähe von Senftenberg (Laugkfeld) in den 1950er-Jahren.

Erinnern sich vielleicht auch andere Leser an den Fall. Oder gibt es eventuell noch andere bekannte Fälle von abgerutschten Häusern in der Lausitz? Wer zu jung ist, kann ja mal bei Oma oder Opa nachfragen. Die Redaktion wäre für Hinweise in dieser Richtung sehr dankbar.

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