Aus der Redaktion 28.05.09

Der kritische Blick ins Blatt vom 28. Mai

Von Jan Siegel

Heute  hat Tim Albert, Chef des Redaktionsbereiches Aktuelles, die RUNDSCHAU kritisch unter die Lupe genommen.

Positiv:

- Der Beitrag zur Bundesliga-Relegation auf Seite 1 mit roter Schrift und rot-weißem Fan-Gesicht. Außergewöhnliche Ereignisse erfordern außergewöhnliche Layouts.

- Die Beiträge von Uwe Menschner zum Thema Wölfe, insbesondere die sehr themenkundige und fundierte Meinung im Leitartikel. Im Text auf Seite 3 ist – im Gegensatz zur Agentur – mit „Aggressiven Wölfen droht Abschuss” der entscheidende Punkt herausgearbeitet worden, der die Menschen im Wolfsgebiet beschäftigt. Dagegen fällt die Zeile auf Seite 1 „Sachsen regelt Umgang mit Wölfen” deutlich ab. Hätte man noch ändern sollen.

- Bombodrom-Kommentar von Johann Legner auf der Brandenburg-Seite: Klare Ansage zu einem Thema, das kein Mensch mehr nachvollziehen kann.

- Der Nachdreh zum tragischen Unglück in einem Cottbuser Mietshaus. Sehr gut, dass der Kollege Selmons sich das vor Ort mal angeschaut und mit ein paar Leuten gesprochen hat. Das gibt dem Text Authentizität. ANMERKUNG DANIEL PREIKSCHAT (CHEFREPORTER): Leider fehlt die Nachfrage bei der Baufirma. Auch die Staatsaanwaltschaft hätte man anrufen können, ob bereits ein Ermittlungsverfahren läuft.

 

Grenzwertig:

- Der Bericht „Fischotter erobert Region zurück” im Lokalen Cottbus. Sehr spannendes Thema, auch den Kommentar kann man so machen. Allerdings ist die Darstellung insgesamt etwas zu einseitig. Ich hätte schon gerne gewusst, was die Natzurschützer ganz konkret zu den berechtigten Sorgen der Teichwirte sagen. Stattdessen tritt nur ein Österreicher namens Dr. Andreas Kranz auf, der nicht allen unseren Lesern ein Begriff sein dürfte, zudem auch lediglich als „Experte” eingeführt wird, und nichts zu den Problemen sagt, sondern lediglich begeistert ist.

- Grundsätzlich ist die Vorberichterstattung im Sport zum Relegationsspiel gut gemacht, wobei mir die Beiträge von Melzig und Geyer diesmal besser gefallen als das Hauptstück. Das wirkt auf mich wie der (lokalpatriotisch durchaus legitime) Versuch, die Energie-Jungs heiß auf den Gegner zu machen. Aber ich finde nicht wirklich, dass die Aussagen der Nürnberger das hergeben. Ist doch klar, dass der Nürnberger Trainer – ob berechtigt oder nicht – mehr Qualität in seiner Mannschaft sieht, und Prasnikar (und Lehmann) mehr in unserer. Wer recht hat, wird sich erst noch zeigen müssen – die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz ;-)

 

Negativ:

- Der Polizeibericht in der Lokalausgabe Cottbus. Die Polizei ist eine so genannte „privilegierte Quelle”. Das bedeutet, dass wir Journalisten annehmen dürfen, dass ihre Mitteilungen der Wahrheit entsprechen (es sei denn wir hätten konkreten Anlasss zu der Annahme, dass dem nicht so ist). Es ist deshalb völlig unnötig, Angaben z.B. zur Schadenshöhe in den Konjunktiv zu setzen. ANMERKUNG VON MIRJAM HECHT (SPORTREDAKTION): Der unmäßige Einsatz des Konjunktivs macht die Texte unlesbar. Bin bereits von mehreren Lesern angesprochen worden, die sich darüber ärgern.

- ANMERKUNG VON VEIKKO RÖSSLER (POLITIKREDAKTION): PR-Text auf Seite 20 der Cottbuser Lokalausgabe. Der Bildtext: “Berichtigung des Bildes vom 19.05.2009″ ist wenig elegant. (Allgemeine Zustimmung aus der Runde)

 

Jüngste Kommentare
Tim Albert
  • 03.06.09
  • 12:52 UHR

Na, dieser Vorwurf ist aber nicht berechtigt. Über die Europawahl hat die RUNDSCHAU in den vergangenen Wochen kontinuierlich berichtet, hat u.a. Kandidaten zu Wort kommen lassen und aufgezeigt, was die Lausitz von Europa hat Siehe http://www.lr-online.de/nachrichten/LR-Themen;art1065,2546769

Kanninchen
  • 02.06.09
  • 23:40 UHR

Ich muss mit Erstaunen feststellen, dass sich die LR nicht die Mühe macht die Bürgerinnen und Bürger über die anstehende Europawahl ausreichend zu informieren! Bei einem derart wichtigen Thema muss sich die LR einfach die Frage stellen, ob man der Informationsaufgabe in einer Demokratie gerecht wird.
Es grüßt das Kanninchen

Bauer
  • 02.06.09
  • 23:36 UHR

Leider eine Woche vor der Wahl kein Aufmerksammachen auf die Europawahl, dass hat zur Kommunalwahl besser geklappt. Da ist auch die LR gefragt zur politischen Erinnerung als Medium in der Pflicht…

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