Hochspannung und Zoff
Von Jan Siegel
Die heißesten Themen in der Lausitz:
Spannung in den Hochschulen
Zoff am Tagebaurand
Hochspannung in den Lausitzer Hochschulen
Heute ist ein besonders aufregender Tag für die Lausitzer Hochschulen. Ab 11 Uhr werden uns Journalisten die Daten des neuesten Hochschulrankings des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) zur Verfügung gestellt. Wie haben die Brandenburgische Technische Uni und die Hochschule Lausitz bei der Bewertung abgeschnitten? Eine spannende Frage.
RUNDSCHAU-Redakteurin Steffi Schubert (Foto) spürt der Antwort auf die Frage gerade mit Hochdruck nach. Im vorigen Jahr hatten sie an der BTU gejubelt. Die Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen war in Sachen Laborausstattung, Betreuung von Studenten und beim Praxisbezug der Ausbildung auf einem bundesweiten Spitzenplatz gelandet. Und damit nicht genug, auch bei der Ausstattung der Bibliothek und der IT-Infrastruktur konnte die Lausitzer Uni in die Spitzengruppe aufsteigen. Und das dürfte der Uni auch einiges gebracht haben. Das CHE-Ranking wird von Abiturienten auf der Suche nach den besten Studienmöglichkeiten schon intensiv genutzt. Ob die BTU-ler auch in diesem Jahr wieder feiern können
Bei dem Ranking, das als umfassendstes und detailliertestes Hochschulranking im deutschsprachigen Raum gilt, werden Tausende Studierende und Professoren befragt sowie die Forschungsbudgets der Fachbereiche unter die Lupe genommen. In jedem Jahr werden bestimmte Fachbereiche ausgewählt. Diesmal wurden an der BTU die Fachbereiche Informatik, Mathematik, Physik und Geowissenschaften untersucht. An der Hochschule Lausitz ist nur der Fachbereich Informatik im Ranking, die anderen gibt an dort nicht.
Katerstimmung herrschte im vergangenen Jahr an der Hochschule Lausitz, die damals noch Fachhochschule Lausitz hieß. In der Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen war die Bildungseinrichtung bei der Studentenbetreuung und bei den Lehrangeboten in die Schlussgruppe abgerutscht. Ob es bei den Informatikern dort diesmal besser aussieht? Wir sind gespannt was Steffi Schubert herausfindet.
Die Daten bekommt die Wissenschafts-Redakteurin übrigens vom Centrums für Hochschulentwicklung direkt per Email. Dazu gibt es eine festgelegte Sperrfrist an wir Journalisten uns halten sollten, sonst fliegen wir aus dem Presseverteiler und gucken beim nächsten Mal in die Röhre.
Stunk am Tagebaurand
Eine Unterschriftensammlung in Kerkwitz und Grabko (beide im Spree-Neiße-Kreis) hat heute schon für heftige Telefonate in der Redaktion gesorgt. In den beiden Ortschaften, die vom Tagebau Jänschwalde “aufgefressen” werden sollen hat eine Initiativegruppe Unterschriften für schnellstmögliche Verhandlungen mit dem Energiekonzern-Vattenfall ausgesprochen. Die Mitteilung hat die Redaktion gestern erreicht und heute steht sie auch in der Zeitung. (http://www.lr-online.de/regionen/Guben-Kerkwitz-Tagebau-Braunkohle-Streit-Spree-Neisse-Grabko-Vattenfall-Umsiedlung;art1051,2513329) Diese Nachricht hat mir heute Vormittag gleich den einigermaßen wütenden Anruf von Bürgermeister Lehmann aus Kerkwitz eingebracht. Der ist sauer über die Nachricht auf der RUNDSCHAU-Tietelseite. Es handle sich um eine Privatinitiative. Der Gemeinderat habe beschlossen für schnelle Umsiedlungsverhandlungen mit Vattenfall nicht zur Verfügung zu stehen.
Unser Chefreporter Daniel Preikschat (Foto) wird die Geschichte deshalb heute weiterverfolgen. Inzwischen rudern nämlich auch die Initiatoren der Unterschriftenaktion zurück. Sie stören sich an dem Wort Umsiedlung, das in ihrer Original-Pressemitteilung aber nunmal drinsteht. Wahrscheinlich haben die Unterschriftensammler heute auch schon viele böse Anrufe von ihren Nachbarn bekommen. Es tritt auf, was in vielen vom Bergbau bedrohten Regionen aufgetreten ist. Es beginnen sich tiefe Risse durch die Ortschaften zu ziehen. Einige wollen schnell mit dem Energiekonzern verhandeln und das Bestmögliche herausholen. Andere ignorieren scheinbar jedes Verhandlungsangebot. Egal welche Taktik am Ende die richtige ist: Wenn die Bewohner etwas bewegen wollen, dann sollten sie sich nicht auseinderdividieren lassen. Mit derartiger, manchmal auch penetranter Geschlossenheit haben die Hornoer übrigens eine ganz Menge für sich herausgeholt.
In diesem Blog schreiben die Macher der LAUSITZER RUNDSCHAU, wie täglich Nachrichten entstehen. Sie geben Einblicke in den ganz normalen Wahnsinn des Alltags in einer wahrscheinlich mehr oder weniger ganz normalen Zeitungs-Redaktion. Wer sich für die “Nachrichten hinter den Nachrichten” interessiert, wird künftig hier sicher viele Neuigkeiten als Erster erfahren. Die Autoren verraten, was schiefgegangen ist, welche spannenden Geschichten die Reporter gerade recherchieren und was Kurioses in der Welt der Nachrichten geschieht. Der Blattmacher-Blog ist ein subjektives Meinungsportal. Hier stehen die Einschätzungen des jeweiligen Autors und nicht die abgestimmten Meinungen der gesamten Redaktion.
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